Journalistisches Schreiben

Journalistisches Schreiben an der Kinzig – Schule

Es klingt wie ein Gemeinplatz: Wir leben in einem Medienzeitalter. Unser Denken und Handeln wird stark von Medien beeinflusst, in vielen Fällen auch gelenkt. Wir gehen jeden Tag mit Medien um, dies gilt gerade für Jugendliche, die von klein auf mit Technik und Medien konfrontiert werden. Dabei erlebten wir in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung, wenn nicht einen regelrechten Kulturwandel. Wer hätte Anfang der 90er Jahre einen Siegeszug des Internets vorausgesagt? Es brachte neue Horizonte, neue Einblicke und neue Formen der Informationsbeschaffung.

Von diesem Boom profitieren jedoch nicht alle Medien. Wie Umfragen belegen, nimmt der Zeitungskonsum, gerade unter Jugendlichen, tendenziell ab. Dies hat viele Gründe, sicherlich spielt die Vielfalt an Angeboten der neuen Medienwelt eine Rolle, aber nicht ausschließlich. Genauso entscheidend ist die Frage nach dem Stellenwert und Image des Zeitungskonsums. Anspruchsvoller Journalismus erzieht zu Ästhetik, regt an und veranlasst, sich am politisch – gesellschaftlichen Diskurs zu partizipieren.

Freude am und Interesse fürs Lesen, so auch von journalistischen Printmedien, zu wecken, soll daher als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet werden. Das Kompetenzzentrum Kinzig – Schule stellt sich der Aufgabe, die Lese- und Schreibkompetenz der Heranwachsenden zu fördern. Denn Lesen ist der Schlüssel zur Bildung.

Die vielfältigen Kinzig – Schulprojekte rund ums Kreative Schreiben und Leseförderung werden seit einigen Jahren ergänzt um Angebote aus dem Bereich Journalistisches Schreiben.

Dabei gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, die jederzeit individuellen Bedürfnissen angepasst werden können. In der Jahrgangsstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums beispielsweise darf jede Schülerin, jeder Schüler ihr/sein Lieblingsartikel begründet vorstellen. Begründet vorstellen setzt an dieser Stelle voraus, dass man sich mit der Zeitung gründlich auseinandergesetzt hat. Dabei greift man auf renommierte Tageszeitungen wie die F.A.Z. oder die Frankfurter Rundschau zurück. So sollen die Schüler als erster Schritt an das Zeitungslesen herangeführt werden. Es bleibt aber nicht dabei.

Das Projekt „Journalistisches Schreiben“ nimmt dabei konkrete Formen an: Die Schüler setzen sich eingehend mit dem Medium „Zeitung“ auseinander, so auch mit unterschiedlichen Textformen. Als Produkt steht am Ende eine eigens hergestellte Klassenzeitung mit den Artikeln der Jungjournalisten.

Die Kinzig – Schule ist stets bemüht, Journalistisches Schreiben nicht fernab der Praxis zu betreiben. Redaktionsbesuche und Referentenvorträge von renommierten Journalisten sollen den Schülern zum einen Einblicke in professionelle Strukturen gewähren, zum anderen die Angst vor unsichtbaren Hürden nehmen. Eine ehrliche Rückmeldung eines Profis kann dabei ungemein motivierend wirken.

Die sichtbarsten Aktivitäten im Bereich des journalistischen Schreibens entfaltet dabei ohne Zweifel die Journalistische Werkstatt der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums, die zweimal jährlich eine Kurszeitung veröffentlicht.

Mittelfristig ist die Gründung einer Schulzeitung (Jahrbuch bzw. Periodika) angedacht, die noch größere Schülerpotenziale bewegen könnte.

Hinweis: Obgleich die hier vorgestellten Projekte während der Landes-programmlehrtätigkeit von Richard Guth im Ausland  in dieser Form nicht stattfinden, wird die (journalistische) Schreibkultur an der Kinzig – Schule von den Mitgliedern des Lehrerkollegiums weiter gepflegt.

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